Die Elbe führt in anhaltenden Trockenphasen immer weniger Wasser. Das belastet die Natur und macht Gütertransporte auf dem Fluss zunehmend unzuverlässig. In einer Aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag hat sich die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deshalb gegen einen weiteren Ausbau der Elbe und den Bau neuer Staustufen ausgesprochen. Stattdessen fordert sie, den Fluss und seine Auen besser zu schützen und den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken.
Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, erklärt:
„Die Elbe kann keine verlässliche Güterlogistik gewährleisten. Die stark schwankenden Pegel haben bereits dazu geführt, dass die Gütertransporte auf der Elbe zwischen 2013 und 2022 um etwa 80 Prozent eingebrochen sind. Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum mehr als 430 Millionen Euro für die Wasserstraße Elbe ausgegeben. Das Geld wäre im Schutz der Natur und Landschaft besser angelegt, als im Ausbaggern oder Hoffen auf eine neue Staustufe bei Děčín.“
Eine Alternative für den Gütertransport zwischen Deutschland und Tschechien bietet die geplante Neubaustrecke Dresden–Prag mit dem Erzgebirgstunnel. Sie soll Kapazitäten für bis zu 150 Güterzüge täglich schaffen.
Katja Meier betont:
„Statt Ausbaumaßnahmen an der Elbe voranzutreiben, sollten wir die Elbe mit ihren wertvollen Auen und Schutzgebieten erhalten und gleichzeitig auf einen verlässlichen Güter-Schienenverkehr setzen!“
Mehr Wasser lässt sich nicht herbeibaggern
Ein tieferes Flussbett löst das Problem fehlenden Wassers nicht. Eingriffe können vielmehr dazu führen, dass Wasser schneller abfließt und sich der Fluss tiefer in sein Bett gräbt. Das hat auch Folgen für den Wasserhaushalt der umliegenden Landschaft – und damit für Natur, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Industrie.
Wolfram Günther, umwelt- und naturschutzpolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, warnt:
„Unsere Elbe braucht keinen weiteren Ausbau, sondern einen besseren Schutz!“
Die Fraktion lehnt auch einen sogenannten Elbe-Überleiter ab. Damit würde Wasser aus der Elbe in die Spree geleitet. Angesichts der niedrigen Wasserstände würde dies die Elbe zusätzlich belasten. Ihre Auen sind wichtige Lebensräume: Hier finden Fische Laichplätze und geschützte Vogelarten Rückzugsorte.
Wasser in der Landschaft halten
Die BÜNDNISGRÜNEN setzen auf einen besseren Wasserrückhalt im gesamten Einzugsgebiet der Elbe – also in allen Gebieten, aus denen Wasser in den Fluss und seine Nebenflüsse gelangt. Dafür fordert die Fraktion:
- Keine weitere Vertiefung der Elbe und keine neuen Staustufen. Auch eine Wasserüberleitung aus der Elbe in die Spree wird abgelehnt.
- Realistische Vereinbarungen mit Tschechien. Die für die Schifffahrt angestrebten Wassertiefen können nicht dauerhaft gewährleistet werden. Das Abkommen zur Unterhaltung und Entwicklung der Wasserstraße Elbe muss entsprechend angepasst werden.
- Mehr Raum für den Fluss. Deiche sollen dort, wo es möglich ist, zurückverlegt werden. So entstehen zusätzliche Flächen, die bei Hochwasser Wasser aufnehmen können.
- Lebendige Auen. Ehemalige Flussarme sollen wieder mit der Elbe verbunden, Auenwälder geschützt und wiederhergestellt werden.
- Regenwasser vor Ort speichern. Städte und Landschaften sollen wie ein Schwamm mehr Wasser aufnehmen und zurückhalten können, statt es schnell abzuleiten.
