Solche Touren sind für meine politische Arbeit besonders wertvoll. Sie ermöglichen konkrete Einblicke in die Praxis und schaffen Raum für Gespräche mit den Menschen, die sich vor Ort engagieren, Projekte voranbringen und unsere Regionen mitgestalten.
Unterwegs im Landkreis Zwickau
Zum Auftakt meiner Sommertour habe ich das Textilwerk Mülsen besucht. Dort wird im Rahmen eines Denkmalschutz-Sonderprogramms die Sanierung eines historischen Glasdachs gefördert.
Das Gebäude ist zugleich ein Ort mit einer ambivalenten Geschichte. Von 1944 bis 1945 befand sich dort ein Zwangsarbeitslager für die Rüstungsindustrie. Nach Abschluss der Sanierung soll deshalb ein Erinnerungsort mit Ausstellungsräumen entstehen, der sich mit diesem Teil der Geschichte
auseinandersetzt.
Anschließend ging es zur Burg Schönfels. Mitarbeitende des Museums und des Fördervereins führten mich durch die Burg und gaben mir einen Einblick in ihre Arbeit zum Erhalt und zur Vermittlung dieses besonderen Ortes.
Zum Abschluss des Tages habe ich den Verein Fortschritt-Vision-Diskurs e. V. in Zwickau besucht. Wir sprachen über seine langjährige Arbeit in Sachsen, im gesamten Bundesgebiet und auf europäischer Ebene.
Der Verein engagiert sich für demokratische Kultur, gesellschaftliche Teilhabe und politische Jugendbildung. Dazu gehören auch internationale Jugendaustausche, unter anderem mit Frankreich.
Es beeindruckt mich immer wieder, mit jungen und engagierten Menschen darüber ins Gespräch zu kommen, wie sie Demokratie ganz praktisch mit Leben füllen.











Bildung, Handwerk und Verkehrssicherheit im Vogtland
Der zweite Tag meiner Sommertour führte mich ins Vogtland.
Meine erste Station war die Servicestelle Bildung für nachhaltige Entwicklung
beim Natur- und Umweltzentrum. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs stand die Frage, wie nachhaltiges Denken und Handeln dauerhaft in Bildungsangeboten und regionalen Strukturen verankert werden können.
Im Grünen Büro in Plauen traf ich anschließend Vertreterinnen des Holzkraftwerk e. V. Der Verein bietet Workshops für FLINTA-Personen an – vom Schnitzen mit der Kettensäge bis zur Dachkonstruktion. Damit schafft er Räume, in denen handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, Erfahrungen ausgetauscht und traditionelle Rollenbilder hinterfragt werden.
Der Verein verbindet Emanzipation, Kunst und Handwerk auf eine sehr praktische Weise.
Beteiligung ist ein wichtiges Thema meiner politischen Arbeit. Deshalb war ich besonders gespannt auf meinen Besuch in Oelsnitz. Dort wurde gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen für mehr Verkehrssicherheit
entwickelt.
Im Mittelpunkt steht eine Straße, die zwei Ortsteile miteinander verbindet. Da ein durchgehender Geh- und Radweg fehlt und die Straße zudem durch enge Kurven führt, ist die Situation insbesondere für Radfahrende, Fußgänger*innen und Kinder gefährlich. Das Beteiligungsprojekt hat dabei geholfen, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommen.
Zum Abschluss des Tages habe ich zu einem feministischen Kneipenquiz in Plauen eingeladen. Gemeinsam haben wir über das erste Frauenwahlrecht geknobelt und auf feministische Erfolge der vergangenen Jahre zurückgeblickt.
Du hast ebenfalls Lust auf ein feministisches Kneipenquiz? Dann schreib mir gern. 🙂














Gewaltschutz, Engagement und Jugendbeteiligung im Erzgebirge
Am Mittwoch führte mich meine Sommertour ins Erzgebirge. Zum Auftakt traf ich das Team der Interventions- und Koordinierungsstelle in Schwarzenberg. Die Mitarbeiterinnen berichteten mir von ihrer wichtigen Arbeit für Betroffene häuslicher Gewalt und von den Herausforderungen, mit denen sie aktuell konfrontiert sind.
Anschließend besuchte ich das Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e. V. Von 2022 bis 2024 gehörte es zu den sächsischen „Orten der Demokratie“. Das Kompetenzzentrum schafft Räume, in denen Bürger*innen miteinander diskutieren, Ideen entwickeln und ihre Region selbst mitgestalten können.
Gemeinsam mit dem Verein KulturGüterBahnhof trägt das Kompetenzzentrum auch die Entwicklung des KulturGüterBahnhofs in Bad Schlema. Bei meinem Besuch konnte ich mich mit den Projektverantwortlichen über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte austauschen. Der Bahnhof wird derzeit saniert und soll 2027 zunächst im Rahmen der Landesgartenschau genutzt werden. Parallel dazu wird bereits am Obergeschoss gearbeitet. Dort entstehen unter anderem Vereinsräume und Büros.
Die grundlegenden Ideen für die Entwicklung des Gebäudes gingen aus einem
Beteiligungsprozess hervor, in dem gemeinsam eine Zukunftsvision für den
Bahnhof erarbeitet wurde. Nach der Landesgartenschau soll hier dauerhaft ein Ort für Kultur, Begegnung und bürgerschaftliches Engagement entstehen.
„The Voice of – Zukunft nur mit uns“ heißt ein Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt in Zwönitz. Im Gespräch mit dem Kinder- und Jugendring, dem flexiblen Jugendmanagement und der Projektverantwortlichen wurde mir das Vorhaben vorgestellt. Zugleich tauschten wir uns über die Situation der Jugendarbeit im Erzgebirge aus.
Das Projekt verfolgt das Ziel, Kinder- und Jugendbeteiligung dauerhaft zu stärken. Dafür sollen geeignete Beteiligungsverfahren entwickelt und fest in die Strukturen der Vereine und der örtlichen Jugendarbeit integriert werden.















Kunst, Erinnerungskultur und ein neuer Bahnhofsvorplatz
Am letzten Tag meiner Sommertour war ich nochmal in Zwickau unterwegs
und habe als erstes Sara Linke in ihrem Atelier besucht.
Ich kenne sie schon seit 2022, da ich ihr damals den Gründerinnenpreis übergeben durfte. Seitdem ist viel passiert und es war sehr schön sie in ihrem neuen Atelier zu besuchen.
Direkt gegenüber befindet sich die vor Kurzem entstandene „Liebeswand“, ein Projekt, das Sara Linke selbst initiiert hat. Sie besteht aus zahlreichen individuell gestalteten, bunten Fliesen, auf denen Zwickauer*innen ihre persönlichen Liebesgeschichten festgehalten haben.
Auch am Zwickauer Bahnhof tut sich etwas: Endlich wird der Bahnhofsvorplatz grundlegend neugestaltet und barrierefrei ausgebaut. Mit einem feierlichen Spatenstich wurde der Beginn der Bauarbeiten markiert.
Künftig sollen Straßenbahn, Busverkehr, Fahrrad- und Fußverkehr sowie Stellplätze für Fahrräder und Autos besser miteinander verknüpft werden. Damit entsteht ein moderner Verkehrsknotenpunkt, der unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen gerecht wird.
Die Projektmitarbeitenden der Zukunftsregion Zwickau traf ich anschließend im Geyerhaus in Langenweißbach. Das historische Umgebindehaus wurde vom Förderverein mithilfe der Zukunftsregion sowie mit europäischen Mitteln und Landesmitteln saniert.
Ein weiteres Vorhaben ist das Projekt „DenkMal!“, das die Zukunftsregion Zwickau gemeinsam mit der LEADER-Region Westerzgebirge umsetzt. Es erinnert an den Todesmarsch von Mülsen nach Eibenstock im April 1945 und trägt dazu bei, die Erinnerung an die Opfer vor Ort wachzuhalten.
Zum Abschluss meiner Sommertour habe ich zusammen mit Claudia
Maicher die Kunstsammlungen Zwickau besucht.
Bis die Sanierung des Museumsgebäudes abgeschlossen ist, haben die Sammlungen ihr Zuhause in der Domhofgalerie gefunden. Wir erhielten nicht nur einen Einblick in die aktuelle Ausstellung, sondern warfen auch einen Blick in die Zukunft und sprachen über die geplante Neugestaltung des Museums nach der Sanierung. Aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten kann derzeit zwar nur ein kleiner Teil des umfangreichen Bestands gezeigt werden. Gerade die besondere Raumgestaltung und die konzentrierte Auswahl machen die Ausstellung jedoch zu einer Empfehlung – nicht nur für ausgewiesene Kunstinteressierte.












